«La Ligne» von Ursula Meier

Berlinale | Wettbewerb | La ligne

Publiziert am 10. Februar 2022

Ursula Meier lotet erneut eine ungewöhnliche Familienkonstellation aus und gibt dem Wort «Familienkreis» auch eine topografische Dimension

Mit gleich zwei Filmen im Wettbewerb um den Goldenen Bären ist die Schweiz auf der diesjährigen Berlinale aussergewöhnlich gut vertreten. «La ligne» von Ursula Meier und «Drii Winter» von Michael Koch treten gegen weitere 16 Filmbeiträge in der Auswahl an und werden als Weltpremieren in Berlin zu sehen sein.
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Die französisch-schweizerische Filmemacherin studierte Film in Belgien. Ursula Meier begann ihre Karriere als Regisseurin mit erfolgreichen kurzen Spielfilmen und Dokumentarfilmen. Ihr Spielfilmdebüt «Home» hatte seine Premiere 2008 bei der Semaine de la Critique in Cannes, war 2009 für drei Césars nominiert und erhielt unter anderem den Schweizer Filmpreis für den besten Spielfilm. «L’enfant d’en haut» wurde auf der Berlinale 2012 mit dem Sonderpreis Silberner Bär ausgezeichnet. 2018 zeigte das Panorama den Film «Journal de ma tête», Bestandteil der von Schweizer Nachrichtenberichten inspirierten Reihe «Ondes de choc».

La ligne | Synopsis

Ihre Gewaltausbrüche haben Margaret, 35 Jahre alt, ihre Beziehung gekostet. Sie zieht wieder zu ihrer Mutter Christina. Doch die labile, unreife 55-Jährige macht sie als älteste Tochter für das Scheitern ihrer Karriere als Konzertpianistin verantwortlich. Ein Streit der beiden eskaliert, und die wütende Margaret schlägt auf ihre Mutter ein. Die Justiz wird aktiv und die Dynamik in der Familie noch komplizierter: Aufgrund eines Kontaktverbots darf Margaret sich dem Haus ihrer Mutter nun nur noch auf 100 Meter nähern, was ihre Sehnsucht nach familiärer Nähe verstärkt. Täglich erscheint Margaret an der Bannkreisgrenze und gibt ihrer 12-jährigen Schwester Marion Musikstunden. Wie die beeindruckende Hauptdarstellerin aus diesem Kreis verbannt und der Mutter «entrissen» wird, erinnert an das Trauma der Geburt. Kennzeichnend für den Film sind die Stimmungswechsel, mit denen er die Gefühlswelten der Protagonist:innen nachempfindet und dabei immer wieder ohne Vorwarnung zwischen Komödie und Tragödie hin- und herschaltet. Tonalität und Regiearbeit sind treffsicher und heftig wie ein Schlag ins Gesicht. Text: Berlinale

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La ligne | Regie: Ursula Meier | Drama | Schweiz, Frankreich und Belgien, 2022 | 101 Minuten | Verleiher: Filmcoopi
Voraussichtlicher Filmstart DCH: Januar 2023

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