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Kunstraum Baden | «Touch Me I'm Sick» – Kunst begegnet Krankheit

Publiziert am 08. Januar 2020

Wie nah kann Kunst der Krankheit kommen? Die Ausstellung im Kunstraum Baden widmet sich einer brisanten gesellschaftlichen Fragestellung.

Im Leben ist Krankheit ein grosses Thema, in der Kunst ist sie heikles Terrain. Dennoch oder gerade deswegen wagen sich Künstlerinnen und Künstler immer wieder an den existenziellen Komplex. Die Ausstellung bringt zehn Positionen zusammen, die in ganz unterschiedlichen Medien – mittels Zeichnung, Malerei, Video und Installation – von der Begegnung mit Krankheit erzählen. Mehr lesen
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Mit Werken von: Wilfried Bolliger (geb. 1938, lebt in Biberstein), Maya Bringolf (geb. 1968, lebt in Zürich), Thomas Müllenbach (geb. 1949, lebt in Zürich), Susana Perrottet (1975-2019, Lima/Zürich), Otto Lehmann (geb. 1943, lebt im Kanton Luzern), Nicole Schmid (geb. 1975, lebt in Zürich), Ross Sinclair (geb. 1966, lebt in Glasgow), Anna Jermolaewa (geb. 1970, lebt in Wien), Gianluca Trifilo (geb. 1982, lebt in Baden), Artur Zmijewski (geb, 1966, lebt in Warschau)

Kunst begegnet Krankheit
In ihrem Essay «On Beeing Ill» schrieb Virginia Woolf, Krankheit und Schmerz seien das Gegenteil von Sprache. Die Unmittelbarkeit der Krankheit entzieht sich der Sprache und lässt sich nur schwer (objektiv) vermitteln. Wenn sich die Kunst mit Krankheit auseinandersetzt, dann stösst sie ziemlich schnell an eine Grenze, die sich an genau diesen Fragen reibt. Wie nah, wie konkret darf Kunst der Krankheit kommen? Dürfen künstlerische Statements auf unser Gemüt zielen, an unser Mitleid appellieren? Wie wird der Einzelfall, die konkrete Erfahrung zu einem Gegenstand, der adäquat kommunizierbar und damit auch debattierbar ist?

Künstlerisches Erzählen
«Touch Me I’m Sick» fügt sich mit dem Bezug auf Körperliches in den Themenkreis der Bäderkultur, die in der Stadt Baden in vorfreudiger Erwartung auf das neue Thermalbad von Mario Botta von mehreren Badener Institutionen in den Fokus gerückt wird. Nur, dass hier nicht die sogenannte Wellness, sondern mit der Krankheit deren Kehrseite in den Fokus gerückt wird.
Die Ausstellung dreht sich vordergründig um Fragestellungen, welche die Menschen ganz unmittelbar beschäftigen und interessieren. Im Subtext schwingt neben dem sozialen und menschlichen Thema aber auch die aus einer grundsätzlichen Perspektive hochbrisante Fragestellung nach den Möglichkeiten künstlerischen Erzählens mit. Das Begleitprogramm wird die Debatte in beide Richtungen vertiefen. Kuratorisch bedeutet «Touch Me I’m Sick» eine Herausforderung: Wie kann ein ernstes Thema behandelt werden, ohne das Publikum emotional zu überfordern und in die Flucht zu schlagen? Wie können mögliche Skandalisierungen umgangen und Debatten angeregt werden?

Künstler*innen
Die Ausstellung umfasst zehn Positionen, die das Thema aus je anderer Perspektive angehen. Auf der Künstlerliste stehen: Thomas Müllenbach (geb. 1949, lebt in Zürich), Susana Perrottet (1975-2019, Lima/Zürich), Wilfried Bolliger (geb. 1938, lebt in Biberstein), Maya Bringolf (geb. 1968, lebt in Zürich), Otto Lehmann (geb. 1943, lebt im Kanton Luzern), Nicole Schmid (geb. 1975, lebt in Zürich), Ross Sinclair (geb. 1966, lebt in Glasgow), Anna Jermolaewa (geb. 1970, lebt in Wien), Gianluca Trifilo (geb. 1982, lebt in Baden), Artur Zmijewski (geb, 1966, lebt in Warschau)

Kunstraum Baden
Alle ein bis zwei Jahre konzipiert der Kunstraum Baden eine thematisch ausgerichtete Ausstellung zu brisanten gesellschaftlichen Fragestellungen. Nach «Warzone Peace» 2014 zum Thema Krieg und Frieden, «Kein schöner Land» 2016 zum Thema Willkommenskultur, Flucht und demokratische Tradition, «Märkte & Menschen» 2017 zum Thema «Geld regiert die Welt» und «Raumgeschichten» 2018 zum Thema Lebensräume, ist «Touch Me I’m Sick» das fünfte Kapitel der essayistisch angelegten Reihe. Kuratiert wird die Ausstellung von Claudia Spinelli und Rolf Bismarck.

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