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Am FIFF zu sehen: «Swing Kids» von Kang Hyeong-cheol. Die Gräuel des Koreakriegs in eine Stepptanz-Show übertragen - die Show findet statt in einem Gefangenenlager

33 Jahre FIFF | Festival International de Films de Fribourg

Publiziert am 15. März 2019

Das FIFF feiert einmal mehr die filmische Vielfalt mit all ihren Facetten und zeigt 105 Filme aus 58 Ländern.

Die Gräuel des Koreakriegs, der Alltag dunkelhäutiger Schauspielerinnen, Klassiker wie «Bringing Up Baby» von Howard Hawks und «Breakfast at Tiffany’s» von Blake Edwards sowie eine «Carte blanche» für Elisa Shua Dusapin, die Gewinnerin der Schweizer Literaturpreis 2019, sind nur ein paar Facetten des diesjährigen Festivals.
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Ein internationaler Wettbewerb voller Entdeckungen
In den verschiedenen Sektionen des FIFF werden dieses Jahr 72 Spielfilme und 33 Kurzfilme gezeigt, davon 46 als Weltpremiere, als internationale, europäische oder Schweizer Premiere. Von den zwölf Beiträgen des Internationalen Wettbewerbs werden zwei Filme als europäische Premiere und in Anwesenheit des Regisseurs gezeigt: «Swing Kids» von Kang Hyeong-cheol, in dem die Gräuel des Koreakriegs in eine Stepptanz-Show übertragen werden – die Show findet statt in einem Gefangenenlager (unser Trailer) – und ausserdem «The Red Phallus», Erstlingswerk von Tashi Gyeltshen, welches die geheimnisvolle Welt der Masken in Bhutan erforscht. Im Wettbewerbsprogramm sind zudem u.a. das Porträt eines im Niedergang begriffenen mexikanischen Bürgertums in «The Good Girls» von Alejandra Márquez Abellas zu sehen, sowie der Dokumentarfilm «A Thousand Girls Like Me» von Sahra Mani über ein afghanisches Gerichtsverfahren in einem Vergewaltigungsfall und ausserdem chinesischen Thriller «The Looming Storm» von Dong Yue.

Ein Kino, das schwarze Frauen respektiert
Wie sieht der Alltag einer dunkelhäutigen Schauspielerin in unserer westlichen Welt aus? Im Mai vergangenen Jahres erschien das starke Buch «Noire n’est pas mon métier» (Eine schwarze Frau zu sein, ist nicht mein Beruf): Eine Co-Produktion von 16 französischen Schauspielerinnen mit afrikanischen Wurzeln, welche die Demütigung und die rassistischen Klischees anprangern, unter denen sie leiden. Für das FIFF hat jede von ihnen einen Film ausgewählt, der die Rolle der Frau, der Dunkelhäutigen oder der dunkelhäutigen Frau respektiert. Insgesamt werden 15 afrikanische und internationale Filme gezeigt, und einige der Schauspielerinnen werden das Festival besuchen – unter ihnen die Kuratorin der Sektion, Magaajyia Silberfeld. Am Sonntag, den 17. März, werden die Schauspielerinnen/Autorinnen an einer Podiumsdiskussion über den von ihnen geführten Kampf sprechen.

Zwei Mal «Carte blanche» an Korea: Elisa Shua Dusapin und Bong Joon-ho
Elisa Shua Dusapin ist für ihren neuen Roman «Les Billes du Pachinko» mit dem Schweizer Literaturpreis 2019 ausgezeichnet worden. Die südkoreanische Schriftstellerin hat für das diesjährige FIFF eine «Carte blanche» erhalten und sechs Filme ausgewählt, die von ihrem Heimatland Südkorea und von ihrer Sicht auf dieses Land berichten. Auch die zweite Carte blanche geht nach Südkorea, zu Bong Joon-ho. Für Thierry Jobin, künstlerischer Direktor des FIFF, ist Bong Joon-ho «einer der zehn oder fünfzehn talentiertesten Regisseure der Stunde». Die Filme zu sehen, die Bong Joon-ho bei seinem Schaffen beeinflusst haben, von Spielberg bis Kurosawa, sei dem Festival deshalb eine grosse Ehre. Der Regisseur von «Memories of Murder», «The Host», «Snowpiercer» und «Okja» hat sich selber bei der Auswahl ein zusätzliches Kriterium auferlegt: Er präsentiert dem Publikum des FIFF allesamt Meisterwerke, die er selber grossartig findet, aber selbst noch nie auf Grossleinwand gesehen hat. Nur wird Bong Joon-ho die Streifen leider auch diesmal nicht auf der grossen Leinwand geniessen dürfen, denn er hat kurzfristig seinen geplanten FIFF-Besuch absagen müssen, weil sich die Postproduktion seines jüngsten Filmes um einen Monat verzögerte. Er wird aber im Rahmen einer kurzen Video-Konferenz live mit dem Festival verbunden sein.

Karibische Trouvaillen
In der Sektion «Neues Territorium» teilt das FIFF dieses Jahr einige seiner Trouvaillen aus der Karibik mit dem Publikum: Als internationale Premiere wird «7:20 Once a Week» des Dominikaners Matías Bize gezeigt. Als Schweizer Premieren sind die Filme «El Chata» des Puerto-Ricaners Gustavo Ramos Perales sowie «El hombre que cuida» von Alejandro Andújar zu sehen. Die Filmschaffenden Guetty Felin, Natalia Cabral und Oriol Estrada werden ihre Filme «Ayiti mon amour» und «Miriam Lies» persönlich vorstellen.

Ausflug in romantische Gefilde
Die Sektion Genrekino umfasst Klassiker wie «Bringing Up Baby» von Howard Hawks und «Breakfast at Tiffany’s» von Blake Edwards, aber auch Komödien aus jüngerer Zeit wie «Aleksi» der Kroatin Barbara Vekarić, den argentinischen Kassenschlager «El Fútbol O Yo» oder «A Place in the Caribbean» des Honduraners Juan Carlos Fanconi.

Eine neue Facette des Schweizer Filmschaffens
Parallel zur zweiten Begegnung der Freiburger Filmschaffenden wird ein Abend des Festivals dem Freiburger Filmschaffen gewidmet. Am 19. März sind die neusten Werke der Brüder Guillaume, von Annie Gisler und der Dokumentarfilmer Francesca Scalisi und Mark Olexa zu entdecken. Ausserdem präsentieren die Nachwuchsfilmerinnen und -filmer David Nguyen, Stéphanie Dauth, Henri Marbacher und Stephan Eigenmann ihre brandneuen Kurzfilme.

Vielfalt auf allen Ebenen
Dem FIFF ist es ein grosses Anliegen, dass sein Publikum ebenso vielfältig ist wie sein Filmprogramm. Aus diesem lädt es beispielsweise auch 11’000 Schülerinnen und Schüler ein, Filme aus fremden Kulturen zu entdecken. Auch gibt es Vorführungen in Altersheimen, eine Projektion in französischer Gebärdensprache (LSF) sowie gespendete Tickets für Menschen in prekären finanziellen Verhältnissen.

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FIFF | 33. Ausgabe des Festival International de Films de Fribourg | 15. bis 23. März 2019

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