«Snowden» von Oliver Stone - zu stereotyp erzählt? | «Snowden» von Oliver Stone - zu stereotyp erzählt?

Zurich Film Festival 2016 | Snowden von Oliver Stone

Publiziert am 25. September 2016

Filmregisseur Oliver Stone beehrt bereits zum vierten Mal das Zurich Film Festival. Dieses Jahr hat er seinen Polit-Thriller «Snowden» im Gepäck. Der Film ist OK, aber auch nicht mehr.

Der Film startet in der Deutschschweiz am 6. Oktober 2016

Stereotyp erzählt
Der Film beginnt anregend, verliert sich dann aber in langwierigen Details, und gewinnt dann zum Glück gegen Ende doch wieder etwas an Drive. Alles in allem ist «Snowden» aber viel zu lang und zu stereotyp erzählt. Zumal man die Geschichte ja schon zur Genüge kennt. So bleibt der Film an der Oberfläche und verschenkt es, die psychologischen Hintergründe von Snowdens Entscheidung spürbarer zu machen. Da ist die dreiteilige TV-Doku um einiges besser. Stones Film hätte es daher nicht noch zusätzlich gebraucht. Spannend allerdings, wie es der amerikanische Antiheld in der Spielfilmversion anstellt, den Speicherchip mit den ominösen Daten aus dem Hochsicherheits-Datencenter in Hawai zu schmuggeln. Wie er das macht, sei nicht verraten. Dass es ihm aber gelingt, weiss man halt schon im Voraus. Eben!

Zum Film
Edward Snowden ist ein gewissenhafter Mann – und ebenso führt der junge Patriot seine Aufgaben als Soldat der US-Army wie auch seine Arbeit als Computer-Experte für diverse amerikanische Geheimdienste aus. In dieser Funktion offenbart ihm der Zugang zu geheimen Dokumenten allerdings erschreckende Einblicke in die immer umfassenderen – und rechtswidrigen – Überwachungspraktiken der USA. Zutiefst enttäuscht, trifft Snowden eine Entscheidung, die sein Leben verändert: Im Juni 2013 trifft sich der 29-Jährige in Hongkong mit dem Guardian-Journalisten Glen Greenwald und der Filmemacherin Laura Poitras, um ihnen die streng geheimen Dokumente der Geheimdienste zu überbringen – und die Weltöffentlichkeit aufzuklären.

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