David Hockney, A Closer Grand Canyon, 1998 | © © David Hockney, 2015

Musée Rath Genf | «Ich liebe Panoramen»

Publiziert am 30. Juni 2015

Manche Orte bieten, ob sie nun in den Alpen oder am Mittelmeer liegen, besondere Aussichtspunkte, die ihren Besuchern das Gefühl vermitteln, die Welt zu beherrschen, sie zu besitzen, aber auch sich in sie einzufügen oder gar mit anderen teilen zu können.
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Ware oder edle Kunst?
Die Ausstellung erkundet das Phänomen der Darstellung des Panoramas. Gemäss François Robichon kann es «Volkskunst, Unterhaltungsindustrie, Untergattung einer edlen Kunst, neues Kommunikationsmittel, Mischung aus Kunst, Technologie und Ware» sein. Das Panorama als Aneignung der Welt, am Schnittpunkt verschiedener ästhetischer, künstlerischer und wissenschaftlicher Ansätze.

Mischung von Medien und Epochen
Mit Bildern von de Saussure über Monet, Hodler, Hockney oder Baldus bis zu Eliasson, mit wissenschaftlichen oder militärischen Fotografien, Postkarten und Installationen zeitgenössischer Künstler mischt die Ausstellung Medien und Epochen. Über eine Geschichte der Panoramen hinaus versucht sie zu definieren, was eine Panorama-Ansicht ist. Nicht von ungefähr wurde die kreisförmige Darstellung einer Landschaft fast gleichzeitig 1776 durch den Naturforscher Horace-Bénédict de Saussure in der Schweiz und 1787 durch den Maler Robert Barker in Schottland erfunden.

Im Mittelpunkt der Welt
Die beiden Verfahren, die sich ergänzen, beruhen auf dem gemeinsamen Willen, eine bestimmte Welt zu identifizieren: die unzugänglichen Alpen für den Ersten, die zugängliche, doch in industriellem Wandel begriffene Stadt Edinburgh für den Zweiten. Abgesehen von der Notwendigkeit, eine sich dem Blick entziehende Realität zu erfassen, erlaubt das Panorama dem Betrachter, sich in den Mittelpunkt einer Welt oder einer historischen Begebenheit zu stellen, sie zu kontrollieren und zu teilen. Es bietet ihm die Möglichkeit, in der Welt, deren Teil er ist, aufzugehen.

Genf und Marseille
Die Ausstellung «Ich liebe Panoramen» ist in Partnerschaft zwischen den Musées d’art et d’histoire Genf und dem Musée des civilisations de l’Europe et de la Méditerranée (MuCEM) Marseille entstanden.

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J’AIME LES PANORAMAS – S’approprier le monde | 12. Juni – 27. September 2015 im Musée Rath, Place Neuve, 1204 Genf. Geöffnet 11–18 Uhr, jeden zweiten Mittwoch des Monats von 11–19 Uhr, Montag geschlossen.

4. November 2015 – 29. Februar 2016 im Musée des civilisations de l’Europe et de la Méditerranée (MuCEM) in Marseille.

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