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Luzerner Theater | JOHANNA!

Publiziert am 31. März 2014

Heilige, Hure, Hexe, Rebellin oder Patriotin? Wer war die Jungfrau von Orléans? Das Luzerner Theater lässt gleich fünf Schauspielerinnen als Johanna auftreten, einer Johanna jenseits von Rollenmustern.

JOHANNA! | Schauspiel über Johanna von Orléans | Luzerner Theater | Premiere: 28.03.2014 | Vorstellungen bis 1. Juni 2014

Französische Nationalheilige
Jeanne d’Arc, im deutschen Sprachraum auch Jungfrau von Orléans genannt, soll um 1412 in Domrémy, Lothringen, geboren worden sein. Im Alter von 19 Jahren wurde sie als Ketzerin verurteilt und auf dem Scheiterhaufen lebendigen Leibes verbrannt, 25 Jahre später zur Märtyrerin erklärt. 1909 wurde sie vom Papst selig- und 1920 heilig gesprochen. Das Bauernkind, das zur französischen Nationalheiligen wurde, lieferte den Stoff für unzählige Romane, Theaterstücke, Filme und Gesänge.

Jungfräuliche Kämpferin
Johanna, Jungfrau von Orléans, folgt der extremen Unbedingtheit ihrer selbstauferlegten Mission, bis sie, über ein Gefühl stolpernd, in ein grosses existenzielles Zweifeln gerät und schlussendlich scheitert. Liegt vielleicht gerade in diesem Scheitern die Möglichkeit der Freiheit, einer Erlösung? Die Regisseurin Sabine Auf der Heyde hinterfragt den vermeintlich nicht zu brechenden Willen und die anfänglich so resolute Überzeugung der jungfräulichen Kämpferin und untersucht die auffallend verschiedenartigen Kräfte, die in zahlreichen Adaptionen der Geschichte dieser jungen Frau an deren Bedeutung zerren.

Leben mit tödlicher Konsequenz
«Natürlich ist sie ein Kind des 15. Jahrhunderts, aber genau genommen passte sie damals genauso wenig ins System. Jemand wie Johanna fällt einfach heraus. Sie ist einzigartig, vor allem, sie lässt sich nicht instrumentalisieren. Das wäre heute nicht anders. Johanna ist weder Parteigängerin noch Selbstmordattentäterin. Sie stirbt nicht für irgendeine Sache, sondern sie lebt (mit tödlicher Konsequenz) für ihre Sache. («Ich bleibe bei Gott und bei meiner Meinung!») Kurz gesagt: Sie tut das, wovon wir bestenfalls reden. Aber wenn man mal von diesen übergrossen Massstäben herunterkommt, sieht man sie eigentlich noch deutlicher vor sich. Entwaffnend, präsent, geistesgegenwärtig. Fast möchte man sagen: Ein Vorbild. Aber unnachahmlich …» (Felicitas Hoppe)

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